Geschichte der kath. Pfarrei Radeberg

 In den Jahrhunderten nach der Reformation war das katholische Leben in Radeberg erloschen, es gab keine katholische Kirche und Gemeinde. Noch im Jahr 1840 waren von den 2.315 Einwohnern Radebergs nur 10 Katholiken.

Mit der Einführung der Glasindustrie ab 1858 wuchs die Einwohnerzahl stark an, aber besonders nahm der Anteil der Katholiken zu, weil viele der zugezogenen Glasarbeiterfamilien aus dem katholischen Schlesien, Böhmen, Rheinland und Westfalen kamen. So gab es 1885 bei 7.574 Einwohnern bereite 600 Katholiken, davon 160 Kinder.

Ab 1876 durfte sechsmal im Jahr in einer Radeberger Gaststätte katholischer Gottesdienst gefeiert werden, auch wurde dort durch Kapläne der Dresdener Hofkirche den katholischen Kindern Religionsunterricht erteilt. Daraus ist zu ersehen, dass ein Kirchbau und die Einrichtung einer katholischen Pfarrei dringend notwendig wurde.

1882-1883 wurde dann unsere Kirche erbaut

In der neuen Gemeinde begann ein reges religiöses Leben, schon 1891 wurde ein Kirchenchor gegründet. Auch bestanden gute Kontakte zur evangelischen Kirchgemeinde, beispielsweise stiftete die evangelische Ehefrau des damaligen Bürgermeisters Rumpelt das große, geschnitzte Kreuz, das nach Renovierung heute an der Altarwand hängt.

Die Gemeinde stieg 1945 nach Ende des 2. Weltkrieges durch viele Heimatvertriebene aus Schlesien, dem Sudetengau und Ungarn wiederum zahlenmäßig stark an. Jetzt zählt sie ca. 1.300 Mitglieder, eingerechnet die Außenstationen Arnsdorf, Ottendorf-Okrilla und Langebrück.

Unsere Gemeinde kann wohl als lebendig und aktiv bezeichnet werden; Sonn- und Feiertagsgottesdienste sind gut besucht und werden oft durch unseren Kirchenchor feierlich gestaltet. Viele ehrenamtliche Helfer arbeiten, oft im Verborgenen, mit; in zahlreichen Kreisen treffen sich regelmäßig Vorschulkinder, Jugendliche, Frauen und Senioren, auch besteht eine Kolpingsfamilie, ein Bibelkreis und ein Kreis der Caritasfrauen.

All diese Fakten, Zahlen und Aktivitäten sind wichtig, jedoch noch wesentlicher ist wohl, was sich oft in der Stille im Inneren der Gläubigen vollzieht. Stets ist von den Priestern die Seelsorge, die Arbeit für die Menschen in Not und Sorge, die in schweren Zeiten oder in persönlichem Leid Trost und Hilfe suchen, an die erste Stelle gesetzt worden. Von der Taufe über die Ausspendung der anderen Sakramente bis zur christlichen Beerdigung ist die Kirche ein treuer Begleiter und Führer, der uns den Weg zu Gott weist. So schenkt unsere Gemeinde durch Gebet und Opfer einen unverzichtbaren Sinn und Wert für ganz Radeberg.

Text: Gerhard Kluge

Hinweis: Einen Überblick über die Geschichte der Gemeinde mit vielen Fotos finden Sie in der 40-seitigen Festschrift zum 125jährigen Gemeindejubiläum 2008. Gegen einen Unkostenbeitrag von 3,50 Euro können Sie diese Broschüre in der Pfarrei erwerben. Wir schicken sie Ihnen auch gern zu (Versandkosten: 1 Euro). Bestellung: siehe Kontakt - Es besteht auch die Möglichkeit, sich die Broschüre als pdf-Datei (6,7 MB) anzuschauen oder downzuloaden.

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Kontakt

Kath. Pfarrei St. Laurentius
Dresdener Str. 31
01454 Radeberg

Tel.: 03528 - 442229 (Pfarrer)
Tel.: 03528 - 414231 (Gemeindereferentin)